Lithium-Ionen-Akkus und Batterien galten lange Zeit als die erlösende Erfindung der Akku-Branche, da diese nicht dem Problem des Memory-Effekts, also des Kapazitätsverlustes bei häufiger Teilentladung, unterworfen waren.
So besitzt heutzutage beinahe jedes mobile elektrische Gerät einen Lithium-Ionen-Akku, um eine höhere Lebensdauer zu garantieren.
Die Gefahren dieser Akku-Technologie wurden allerdings jahrelang ignoriert und drangen erst durch die Brände an Bord des Boeing Dreamliners in das kollektive Bewusstsein ein.
Rund zwei Milliarden Lithium-Ionen-Akkus werden jedes Jahr verbaut, obwohl schon der Laptop-Hersteller Dell im Jahr 2006 4,1 Millionen Geräte zurückrufen musste, da in ihnen fehlerhafte Sony-Akkus verbaut waren. Vielen Nutzern ist es schon einmal aufgefallen, dass ihre Geräte heiß werden, wenn man sie länger betreibt. Dass die Möglichkeit des „thermischen Durchgehens“, also des Überhitzens und des Auslösens einer Kettenreaktion besteht, die zum Brand oder sogar zur Explosion führt, wissen die meisten Nutzer solcher Geräte allerdings nicht.
Explodierende LI-Akkus: wann es brenzlig wird
Bei Standard-Akkus, die mit den Geräten mitgeliefert werden, kann es eigentlich nicht zur Überhitzung kommen. Nur wenn ein Produktionsfehler vorliegt oder ein interner Kurzschluss, der zum Beispiel durch eine beschädigte Zelle ausgelöst wird, ist das „thermische Durchgehen“ möglich. Hierfür sind allerdings zwischen 150 und 250 Grad Celsius nötig.
Grundsätzlich gilt, je leistungsfähiger die Akkus sind, also je höher die Energiedichte ist, desto gefährlicher sind sie auch. Auch sollte man gerade bei dieser Akku-Art nicht am Geld sparen, denn gerade günstige Produkte von unbekannten Anbietern sind oftmals anfällig für Defekte.
Was beachtet werden sollte
Bei ordnungsgemäßem Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus ist die Gefahr eines Brandes sehr gering. LI-Akkus sollten heute 700 bis 1000 Ladezyklen schaffen, bevor deren Leistung 90% der Ausgangsleistung unterschreitet.
Vermeiden Sie daher
- das Überladen der Akkus,
- das Lagern in der Nähe von Wärmequellen (gerade im Winter in der Nähe von Heizungen, Kaminen etc..) und
- das Öffnen oder Beschädigen der Zellen.
Unsere Tips im Umgang mit Akkus
- nach dem vollständigen Laden, den Akku schnellstmöglich vom Ladegerät trennen. Achten sie beim Kauf von elektronischen Geräten darauf, dass bei 100% Ladung der Ladevorgang automatisch unterbrochen wird bzw. intelligente Ladegeräte kaufen, die selbstständig den Stromfluss abschalten.
- Lagern sie Akkus bestenfalls im Kühlschrank.
- Akkus nie vollständig entladen! Bei Lithium-Ionen-Akkus beeinträchtigt das sogar die Leistung, sofern es dauernd so gehandhabt wird.
- Nutzen sie passende Ladegeräte – stärkere Ladegeräte laden den Akku nicht schneller.
Kommt es allerdings doch zum Brand, dürfen die Akkus auf keinem Fall mit Wasser gelöscht werden! Der Brand eines Lithium-Ionen-Akkus fällt unter Metallbrände. Selbst Standard-ABC-Feuerlöscher können da nichts ausrichten. Lediglich Metallbrandlöscher sind dann in der Lage den Brand zu bekämpfen. Beim Anruf bei der Feuerwehr ist die Art des Brandes daher unbedingt mit anzugeben.
Lithium-Ionen-Akkus nachkaufen
Wenn ihre Akkus schon älter sind, damit also zahlreiche Ladezyklen durchlaufen haben oder sie bei der Arbeit beschädigt worden sein, sollten sie diese austauschen.
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1 Antwort zu "Explosionsgefahr: sind Lithium-Ionen-Akkus brandgefährlich?"