Waldbrand – kleiner Funke, große Wirkung

Waldbrand

Waldbrand: Über 600 Brände im Jahr

Viele lesen und sehen die aktuellen Nachrichten über die massiven Waldbrände in etlichen Ländern Südeuropas. Selbst auf Satellitenaufnahmen kann man die Brände erkennen. Wer aber davon ausgeht, dass ein solches Inferno bei uns unmöglich wäre, der irrt sich. Die Waldbrandgefahr ist auch in Deutschland sehr real.

Bei einem zehn Tage andauernden Waldbrand in der Lüneburger Heide im Jahr 1975 starben fünf Feuerwehrleute und knapp 8.000 ha Wald wurde vernichtet. Gerade unsere heimischen Nadelwälder sind sehr anfällig für die Flammen, das Beachten von Waldbrandgefahrenstufen ist daher essenziell, um Waldbrände vorzubeugen.

Laut Waldbrandstatistik 2016 brannte es im vergangenen Jahr 608 Mal in deutschen Wäldern, wobei 283 ha Waldflächen betroffen waren. Das sind zwar im Vergleich zu früheren Jahren weniger Brände, dennoch gehen Experten aufgrund der Klimaerwärmung langfristig von einer Zunahme der Gefahr aus. Gerade der Osten Deutschlands ist bedroht.

Weit über die Hälfte aller Brände brechen in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt aus. Die sandigen Böden und die großflächigen Kiefernwälder sind idealer Nährboden für Feuer. Waldbrände haben vor allem hier das Potenzial, zu Flächenbränden zu werden.

Ursachen von Waldbränden

Es gibt zwar natürlich entstandene Waldbrände (z.B. Blitzschlag), diese machen aber nur einen einstelligen Prozentsatz aller Waldbrände aus. Knapp 50% entstehen hingegen durch fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung. In den neuen Bundesländern ist ein nicht unerheblicher Teil der Brände auf Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg zurückzuführen, die sich an heißen Tagen selbst entzünden können.

In über 40 % der Fälle kann gar keine Brandursache ermittelt werden, dennoch gilt der sorglose Umgang mit offenem Feuer als Hauptgrund für Waldbrände. Darunter fallen vor allem Lagerfeuer, die außerhalb gekennzeichneter Flächen entzündet werden, Gaskocher von Campern und achtlos weggeworfene Zigaretten oder Streichhölzer. Sogar heiße Katalysatoren von Fahrzeugen, die im Wald abgestellt worden, können Brände auslösen.

Waldbrand ist nicht gleich Waldbrand

Waldbrände können in vier Arten kategorisiert werden. Bei der Meldung eines Brandes sollte dementsprechend immer die Art des Waldbrandes genannt werden.

  • Erd- oder Moorbrände betreffen zwar nur das Erdreich und brennen daher nur langsam, sind aber sehr schwer zu bekämpfen und wirken sich verheerend auf die Vegetation aus. Denn hierbei verbrennen vor allem Samen und Wurzeln, also lebenserhaltende und -verbreitende Systeme der Pflanzen.
  • Bodenfeuer beschränken sich ebenfalls auf den Waldboden, sind aber bei Weitem nicht so gefährlich. Denn hierbei verbrennt lediglich die bodennahe Vegetation und das Feuer kann mit einfachen Mitteln gelöscht werden.
  • Bei Vollbränden ist die gesamte Vegetation betroffen. Meistens gehen dabei Bodenfeuer voraus, die irgendwann auf größere Pflanzen und Bäume überschlagen. Die hohen Flammen und die große Hitze sowie die giftigen Dämpfe, die bei einem Vollfeuer entstehen, sind für Menschen und Tiere sehr gefährlich.
  • Am gefährlichsten sind allerdings Flugfeuer, da sich diese, angefacht von starken Winden, sehr schnell ausbreiten und Löschkräfte somit einschließen können. Diese Brandart entwickelt sich schnell zu Flächenbränden aus und ist schwer zu kontrollieren. Starke Winde sind für Einsatzkräfte daher immer ein großes Hindernis.

Was Waldbrände so gefährlich macht

Brennen Wälder, herrschen so gut wie immer extreme Wetterbedingungen. Die Kombination aus

  • Dürre,
  • Hitze,
  • Wind und
  • ausgetrocknetem Gehölz

ist im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich. In dieser Situation reicht ein Funke und eine große Fläche steht in Flammen. Je weiter sich ein Waldbrand ausgebreitet hat, desto schwieriger ist er zu bekämpfen. Der Faktor Zeit spielt daher eine überaus wichtige Rolle.

Deshalb werden die deutschen Wälder in der Waldbrandsaison zwischen Ende März und Mitte Oktober nicht aus dem Auge gelassen. Da aber ein Drittel der Fläche Deutschlands bewaldet ist, ist eine flächendeckende Überwachung unmöglich. Zudem dauert es aufgrund langer Anfahrten und des unwegsamen Geländes bedeutend länger bis Einsatzkräfte vor Ort sind. Daher gilt es, Waldbrände gar nicht erst entstehen zu lassen und falls doch ein Feuer ausgebrochen ist, dieses so schnell wie möglich zu melden.

Eine Landkarte mit täglich aktualisierten Werten des meteorologischen Potentials für die Gefährdung des Waldes durch Waldbrand finden sie auf der Seite des 'Deutscher Wetterdienst' (DWD).

Verhalten bei Waldbrandgefahr

Abgesehen davon, dass man sich im Wald sowieso achtsam verhalten sollte, gilt bei Waldbrandgefahr besondere Vorsicht.

  • Rauchen, offenes Feuer und das Liegenlassen von Müll sind strengstens untersagt.
  • Einzelne Wälder oder Waldabschnitte können behördlich gesperrt sein und dürfen weder betreten, noch befahren werden.
  • Fahrzeuge nicht im Wald abstellen, sondern ausgewiesene Parkflächen verwenden.
  • Wald- und Zufahrtswege nicht blockieren.
  • Brände umgehend der Feuerwehr oder der Polizei melden und kleinere Brände selbst löschen, sofern dadurch das eigene Leben nicht gefährdet wird.

Im Übrigen können auch Wintermonate trocken sein und somit Waldbrände ausgelöst werden. Aus Liebe zur Natur und um Menschenleben nicht zu gefährden, sollte man sich im Wald daher immer vernünftig verhalten.

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