Brandschutzerziehung – Was ist das?

Eine Nachricht ging in den vergangenen Tagen durch die Medienlandschaft, die viele schockierte: Ein Brand in einem Hamburger Asylbewerberheim tötet eine Mutter mit ihren beiden Kindern. Das Feuer ausgelöst hatte ein 13-jähriger Junge, der im Flur des Hauses mit Papier zündelte. Was er damit verursachen sollte, war ihm, wie vielen anderen Kindern auch, dabei nicht bewusst. Denn Feuer wirkt faszinierend auf Kinder und keinesfalls bedrohlich. Eine vernünftige Brandschutzerziehung ist daher überaus notwendig.

Brandschutzerziehung

Damit Kinder nicht heimlich zündeln: Brandschutzerziehung ist wichtig

Jeder dritte Brand wird von Kindern ausgelöst! Denn diese kennen weder die Gefahren eines Feuers, noch wie man sich bei einem Brand richtig verhält. Aufklärung kann daher nicht früh genug erfolgen. Brandschutzerziehung rückt daher immer mehr in das Interesse von Kitas und Schulen. Aber auch für Erwachsene kann Brandschutzpädagogik sinnvoll sein. Der richtige Umgang mit Löschgeräten oder das geordnete Evakuieren soll dabei vermittelt werden. Bei der Brandschutzerziehung helfen Feuerwehren und Feuerwehrverbände gern weiter. Besichtigungen sind vielerorts möglich. Vereinzelt entwickeln Feuerwehren und Gemeinden sogar besondere pädagogische Konzepte, um Brandschutz und Brandgefahren spielend zu vermitteln. Die Erfahrungen zeigen dabei, dass die Anzahl der Brände seit der Einführung der Brandschutzerziehung deutlich zurückgeht.

Ziele der Brandschutzerziehung

Die Brandschutzerziehung hat zum Ziel, dass Kinder auf Brandgefahren aufmerksam gemacht werden und lernen, diese richtig einzuschätzen. Außerdem wird den Kindern gezeigt, wie sie einen Brand richtig melden und wie man sich in Sicherheit bringt. Dabei sollen nicht einfach Verbote ausgesprochen, sondern pädagogisch vernünftig aufgeklärt werden. Denn verbotene Früchte schmecken bekanntlich am besten. Kinder zündeln dann heimlich und unbeobachtet. Das soll möglichst verhindert werden. Die Kinder erlernen dabei in theoretischen und praktischen Unterrichtseinheiten, wie man

  • Brände vorbeugt,
  • welche Angaben die Feuerwehr benötigt, wenn ein Feuer gemeldet wird,
  • wie man den Feueralarm auslöst und
  • wie man sich und andere in Sicherheit bringt.

Brandschutzerziehung für Erwachsene ist selbstverständlich etwas umfangreicher. Hierzu zählen vor allem Schulungen für Brandschutzbeauftragte von Betrieben und Öffentlichen Einrichtungen. Dabei geht es um Themen wie dem

  • korrekten Umgang mit Löschgeräten,
  • Brandmeldeanlagen,
  • Brandverhütung,
  • Gefahren am Arbeitsplatz und
  • Evakuierung.

Zahlreiche Verbände, Versicherer und Feuerwehren bieten hierfür Fachtagungen an. Hier finden Sie eine Auswahl der wichtigsten Brandschutz-Fachtagungen im Jahr 2014.

Konzepte für Brandschutzerziehungen

Bei Kindern ist es wenig nützlich, wenn man eine Stunde lang über Brandschutz referiert. Stattdessen erreicht man sie auf spielerische Art und über praxisnahes Vorführen. Viele Feuerwehren bieten daher Besichtigungen für Kitas und Schulklassen an. Die Kinder haben dabei die Möglichkeit, die Arbeit und die Gerätschaften der Feuerwehr kennenzulernen und werden gleichzeitig im korrekten Umgang mit Feuer geschult. Zudem gibt es in zahlreichen Gemeinden und Feuerwehren bereits eigene Pädagogen, die die Kinder mit Puppen über das richtige Verhalten bei Bränden aufklären. Ein vorbildliches Beispiel hierfür sind die Feuerwehr Puppenbühnen in Nordrhein-Westfalen. Mit verschiedenen Handpuppen besuchen Feuerwehrleute die Schulen des Bundeslandes und vermitteln Brandschutzerziehung in vertrauter Runde.

Ein ganz anderes Konzept verfolgt die Berufsfeuerwehr und die Stadt Iserlohn. Auf dem Gelände der Feuerwehr wurde ein 5.000 m² großes Übungsdorf als Deutschlands erstes Brandschutzzentrum für Kinder errichtet. Im sogenannten Floriansdorf können unterschiedliche Gefahren demonstriert und erläutert werden. Außerdem sollen die Kinder in den kleinen Häusern ausdrücklich mit Feuer umgehen, um den Drang zum heimlichen Zündeln zu bändigen. Die Faszination wird so genommen und der Nachwuchs lernt den bewussten Umgang mit dem heißen Element. Auch

  • Erste Hilfe,
  • Umweltschutz und
  • Verkehrserziehung

stehen auf dem Programm und werden von Pädagogen der Feuerwehr, Polizei und anderen Organisationen begleitet.

Das Konzept ist so erfolgreich, dass seit neun Jahren ein weiteres Floriansdorf in Aachen existiert. Durchschnittlich ist das Brandschutzzentrum auf zwei Jahre ausgebucht – ein Beweis dafür, wie wichtig Brandschutzerziehung ist. Wenn Sie an Brandschutzerziehung interessiert sind, dann melden Sie sich bei Ihrer örtlichen Feuerwehr.

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1 Antwort zu "Brandschutzerziehung – Was ist das?"

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  1. andreas stecker sagt
    Das wäre wunderbar, wenn Kinder auf Brandgefahren aufmerksam gemacht werden. Ich würde meine Kinder gerne sowas lernen lassen. VG
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