Kaminbrand – Achtung Explosionsgefahr!

Der Kamin: Brandgefahr zu Hause

Der Kamin: Brandgefahr zu Hause

Der Herbst ist in Deutschland angekommen. Die Tage werden kürzer und die Temperaturen sinken in den Keller, es wird Zeit die Heizung anzuschalten. In Zeiten steigender Energiekosten macht sich der Griff zum Thermostat allerdings schnell im Portemonnaie bemerkbar. Kamine und Öfen werden dadurch wieder beliebter, denn Holz und Briketts sind günstige Alternativen und ein knisterndes Feuer dazu noch der Inbegriff der Gemütlichkeit. Doch offenes Feuer ist immer eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle – vor allem in der Wohnung.

Brennt der Schornstein, bekommen das die Betroffenen oftmals erst über Dritte mit. Denn am Kamin kann man nicht erkennen, wenn Flammen aus dem Abzug schlagen. Zudem informieren sich viele Kamin- und Ofenbesitzer nicht, was bei einem Schornsteinbrand zu tun ist und löschen einfach drauf los. Ein verhängnisvoller Fehler, wie Feuerwehren und Brandschutzexperten wissen! Wenn aber einige Grundregeln des Heizens beachtet werden, lassen sich Kaminbrände leicht vermeiden. Wir sagen Ihnen, wie diese Brände entstehen, wie man sie vermeiden kann und wie sie gelöscht werden.

Gründe für ein Schornsteinbrand

Bei der Verfeuerung von Brennstoffen entsteht Ruß. Allerdings ist Ruß nicht gleich Ruß. Verbrennt falsches oder nasses Holz, bleiben Rückstände übrig, die sich als Glanz- bzw. Hartruß im Abzug absetzen. Auch beim Abbrennen zu großer Mengen Holz oder bei zu wenig Luftzufuhr entstehen diese Ablagerungen. Mit einer einfachen Schornsteinreinigung lassen sich diese auch nicht mehr entfernen und so sammelt sich über Jahre immer mehr Glanzruß an, bis der Schacht von innen mit einer dicken Schicht Teer überzogen ist.

Brennstoffe, die beim Entzünden große Flammen hervorbringen und viel Hitze erzeugen, sind jetzt besonders gefährlich.

  • Nadelhölzer,
  • behandeltes Holz,
  • Braunkohlebriketts oder
  • ein starker Luftstrom

reichen da schon aus und der Ruß im Innern des Kamins beginnt sich zu entzünden. Das Problem ist, dass man einen Kaminbrand erst spät erkennen kann, nämlich dann, wenn bereits Flammen aus der oberen Öffnung schlagen, dicker und stark riechender Qualm hervordringt und die Schornsteinwange (äußere Wand des Kamins) sehr heiß wird. Dann ist es allerdings bereits zu spät.

Kaminbrand nie mit Wasser löschen!

Ein Rußbrand verhält sich ähnlich wie ein Fettbrand und darf keinesfalls mit Wasser gelöscht werden. Denn die Temperaturen sind so hoch, dass Wasser explosionsartig zu Wasserdampf werden würde. Allein aus einem Liter Wasser werden bei dieser Hitze 1700 Liter Wasserdampf. Der beim Löschversuch entstehende Druck kann dabei so enorm werden, dass die Wände des Schornsteins zerplatzen. Das Feuer könnte sich dann auch auf andere Bereiche des Hauses ausbreiten. Kaminbrände sind daher nicht zu unterschätzen, selbst wenn der Schornstein der vermeintlich beste Ort für Brände ist. Auch durch Funkenflug oder Wärmestrahlung kann sich das Feuer verbreiten, die Feuerwehr ist daher unverzüglich zu alarmieren.

Die aktive Bekämpfung eines Kaminbrandes ist überaus schwierig. Die sicherste Variante ist das kontrollierte Abbrennen des Rußes unter ständiger Beobachtung der Feuerwehr. Auch die Luftzufuhr sollte möglichst durch Schließen von Fenstern und Türen unterbunden werden, denn somit bekommt das Feuer weniger Sauerstoff und brennt bei niedrigeren Temperaturen.

Kaminbrand verhindern

Um Schornsteinbrände zu vermeiden, gibt es einige Grundregeln, die jeder Kamin- oder Ofenbesitzer beherzigen sollte.
Niemals

  • nasses Holz,
  • lackiertes Holz oder
  • Müll verbrennen!

Letztendlich geht es darum, Ablagerungen im Schornstein so gering wie möglich zu halten.

Neben dem schon erwähnten Verzicht auf Müll sowie behandeltes oder nasses Holz können Sie weitaus früher die richtigen Maßnahmen ergreifen, um die Gefahr für Rußablagerungen zu mindern. Das beginnt schon mit der Dimensionierung Ihres Kaminofens sowie der Größe des Schornsteins.

Haben Sie zum Beispiel einen zu groß dimensionierten Kaminofen im Aufstellraum, sitzen Sie bei sachgemäßer Befüllung des Brennraums in Unterhose da. Um es anders auszudrücken: Es wird unangenehm warm im Aufstellraum. Aus diesem Grunde werden Sie den Brennraum nicht so bestücken, dass die Verbrennung sauber verläuft, sondern weniger Brennholz zur Beschickung verwenden. Der Kaminofen wird in diesem Fall nur teillastig arbeiten und somit nicht die Temperaturen erreichen, die für eine saubere Verbrennung nötig wären. Eine unsaubere Verbrennung führt unweigerlich zu einer erhöhten Rußbildung.

Auch beim Schornstein führen Fehleinschätzungen in der Form und Größe zu mehr Ablagerungen. Dies ist vor allem auf die schnelle Abkühlung der Abgase zurückzuführen. Erreichen sie den Taupunkt, also die Temperatur, aus der aus gasförmigen wieder flüssige bzw. flüssigfeste Partikel werden, können sie sich an den Wänden ablagern.

In einem zu gering dimensionierten Schornstein verläuft der Abgasstrom langsamer als bei einem wohldimensionierten Kamin. Die Abgase werden durch die zu engen Wände abgebremst, was die Geschwindigkeit des Stroms deutlich verringert. Auf ihrem Weg durch den Schornstein erreichen sie viel schneller den Taupunkt.

Ein zu verwinkeltes Rauchrohr hat übrigens dieselbe Wirkung. Die Abgase müssen einen längeren Weg zurücklegen. Bevor die Abgase das Schornsteinende erreichen, ist der Taupunkt bereits bedrohlich nahe oder überschritten.

In einem überdimensionierten Schornstein ist die Hitzeentwicklung wesentlich geringer als in einem wohldimensionierten Kamin. Die Wände des Schornsteins bleiben vergleichsweise lange kühl. Abgase, die den Schornstein passieren, kühlen schneller ab.

Ruß entfernen

Ist es dann doch einmal zu Ablagerungen gekommen, können Sie ihnen auf mechanischen oder chemischen Wegen entgegentreten. Mechanisch meint hier die Anwendung einer Drahtbürste. Einige Ofenbesitzer bauen ihren Kamin alle drei bis vier Jahre auseinander, um ihn mit einer Drahtbürste grundzureinigen.

Wer sich die Mühe nicht machen oder das Unvermeidliche hinauszögern möchte, kann auch mindestens einmal im Jahr einen Entrußer verwenden. Entrußer gibt es als Pulver oder Scheit. Es ist nicht selten, dass Sie ihn bei den Anzündhilfen finden, wie zum Beispiel in diesem Ofenshop. Der Unterschied zum Anzünder besteht allerdings darin, dass der Entrußer verwendet wird, wenn die Scheite bereits glühen. Legen Sie ihn in den Brennraum und erwirken Sie eine sehr hohe Verbrennungstemperatur, indem Sie Primär- und Sekundärluft voll aufdrehen. Die hohe Temperatur wird den Ruß wegbrennen.

Pulver-Entrußer können auch eine katalytische Wirkung haben: Ablagerungen werden durch chemische Reaktionen poröser gemacht, zerfallen oder verlieren ihren Halt an den Wänden. Nach Erkalten des Kaminofens und des Schornsteins können Sie die verbliebenen Rußpartikel und Ablagerungen nachträglich leicht entfernen.

Überhaupt sollten Sie: Den Schornstein regelmäßig säubern und warten lassen (Apropos: es besteht Kehrpflicht)!

Rauchmelder und Feuerlöscher

Gerade bei offenen Feuerstellen sollten außerdem Rauchmelder installiert sein, denn brennbare Materialien können auch noch unbemerkt glimmen, wenn Sie schon längst im Bett liegen. Im Übrigen besteht in den meisten Bundesländern bereits eine Rauchmelderpflicht!

Zudem empfiehlt es sich mindestens einen Feuerlöscher griffbereit zu haben, um überspringende Flammen (nicht den Kaminbrand!) zu bekämpfen.

Wer diese Punkte berücksichtigt, kann das wärmende Kaminfeuer gefahrlos genießen.

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2 Antworten zu "Kaminbrand – Achtung Explosionsgefahr!"

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  1. Peter sagt:
    Ich bin gerade dabei einen Kamin im Haus zu planen. Vielen Dank für diese Tipps. Darauf werde ich definitiv achten, sobald d er Kamin im Haus ist.
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