Selbst genähte Mund-Nasen-Masken – schützen die?

Die Corona-Krise (COVID-19) bestimmt aktuell das Tagesgeschehen und bringt Hilfs- sowie Einsatzkräfte, z.B. der Feuerwehren, an ihre Belastungsgrenze.

Behelfs-Mund-Nasen-Schutzmasken im Schutzkoffer

Hinzukommt, dass durch den Kontakt der Hilfskräfte mit anderen das Risiko einer Infektion mit dem Corona-Virus erheblich höher ist – für sie gilt eben keine Ausgangssperre.
So müssen sich die Hilfskräfte selbst schützen, aber auch die Hilfebedürftigen geschützt werden. Atemschutzmasken sind aber derzeit Mangelware!

Private Initiativen

Viele Menschen engagieren sich in dieser Krise, um die Menschen in den wichtigen Berufen zu schützen. Sie nähen sog. "Behelfs-Mund-Nasen-Masken" (sog. "Community-Masken") und verteilen/versenden diese an jeweilige Institutionen.

Eine solche Initiative hat auch Susanna Hafering gestartet. Seit Mitte März näht sie nach ihrer Arbeit bei SUSYS (Standard-Unterrichts-System für Jugendfeuerwehren) für Freiwillige Feuerwehren Behelfs-Mund-Nasen-Masken, verpackt diese in "outdoor cases" von TOMcase und versendet sie. Die ersten Feuerwehren in Baden-Württemberg, NRW und dem Saarland freuen sich nach eigener Aussage bereits über die Masken.

Das Problem mit selbst genähten Masken

Die selbstgenähten Masken können meist bei hohen Temperaturen gewaschen und wiederverwendet werden. Jedoch entsprechen Sie nicht dem FFP-2 oder FFP3-Standard (Klassifikation nach der europäischen Norm EN 149, Vgl. u.a. wikipedia).

Masken nach dem FFP3-Standard

  • schließen dicht am Gesicht ab,
  • verfügen über Ventile für ein- und ausströmende Luft und
  • filtern die einströmende Luft.

Das können selbstgenähte Community-Masken nicht leisten – das ist aber auch nicht das Ziel!

Die selbstgenähten Masken schützen den Träger nicht vor Keimen in der Luft. Doch im Einsatz helfen sie beim Ausatmen, Sprechen, Niesen oder Husten das Infektionsrisiko zu verringern, da kleine Tröpfchen aus Speichel oder Rachensekreten durch den Schutz aufgehalten werden und so andere Menschen nicht anstecken können (Quelle: NDR, mit Verweis auf eine Studie).

Des Weiteren helfen sie den Kontakt der Hände mit den Schleimhäuten in Mund und Nase zu verhindern, was ebenfalls das Infektionsrisiko senkt.

Masken werden feucht

Ein weiteres Problem ist die schnell sinkende Schutzwirkung bereits innerhalb von 20 Minuten. Die Atemluft macht die Schutzmasken feucht wodurch sie ihre physische Barrierefunktion zunehmend einbüßen und Keime leichter hindurchdringen können.

Falsches Sicherheitsgefühl

Die Masken können helfen zu verhindern, dass weitere Menschen infiziert werden. Jedoch darf man die empfohlenen Hygienemaßnahmen nicht vernachlässigen (Quelle: NDR, Interview mit Prof. Christian Drosten).
Die grundlegenden drei Regeln lauten:

  1. Abstand halten (1,5 Meter)
  2. Husten & Niesen in die Armbeuge
  3. regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife (ca. 20 Sekunden lang)

Mitmachen

Und das beste ist: jeder kann mitmachen – eine Nähmaschine und etwas Geschick ist allerdings von Vorteil. Frau Hafering hat uns ihre Nähanleitung als PDF zur Verfügung gestellt. Laden sie die Nähanleitung für Behelfs-Masken hier herunter.

Welche Stoffe sind geeignet?

Es eignen sich Baumwollstoffe, die bestenfalls bis 95 Grad, mindestens jedoch bis 60 Grad waschbar sind. So kann man die Masken - wie eine Babyflasche - nach Gebrauch in heißes Wasser legen, trocknen lassen und dann wieder benutzen.

Wie sind ihre Erfahrungen?

Nutzen Sie selbst genähte Mundmasken und wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Tragekomfort?

Schreiben Sie uns in den Kommentaren ihre Geschichte und nennen sie weitere, ähnliche Hilfsaktionen.

Vielen Dank und bleiben Sie gesund!

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