Wasserstoff (H2): Regeln für den sicheren Transport

Zuletzt aktualisiert am: 24.04.2024

Herausforderungen für Feuerwehren

Interview mit Herrn Felix Fahling, Referent für Erneuerbare Gase im DVGW e.V.

Deutschland befindet sich zusammen mit vielen anderen Ländern auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft. Die sich stärker häufenden Unwetterkatastrophen wie das Hochwasser im Ahrtal – welche ja auch die Feuerwehr intensiv betreffen werden – zeigen die Dringlichkeit für eine Veränderung.

Getrieben wird der Wandel durch die Gesetzeslage, die Treibhausgasneutralität bis 2045 vorschreibt. Das bedeutet, dass wir fossile Energieträger wie Mineralölprodukte (das sind vor allem Treibstoffe wie Erdöl, Diesel, Benzin oder Kerosin), Erdgas und Kohle so schnell wie möglich durch klimaneutrale Energieträger wie Strom aus erneuerbaren Energien, Biokraftstoffe, Biogas oder Wasserstoff ersetzen müssen.

Künftiger Wandel

Aktuell stellen fossile Energieträger ca. 60% unseres jährlichen Energieverbrauches bereit – diese müssen wir in nur knapp 20 Jahre ersetzen.

Die Herausforderung besteht dabei darin, trotz dieses schnellen Wandels unsere Lebensqualität zu erhalten und Deutschland als Industriestandort weiterhin attraktiv für Unternehmen zu gestalten. Dafür brauchen wir jeden nachhaltigen, sicheren und bezahlbaren Energieträger – besonders Wasserstoff.

Dieser bietet sich an, da er speicherbar ist und einen Energieimport aus dem Ausland und die Verteilung über das bereits bestehende Gasnetz ermöglicht.

Warum ist das Thema auch für die Feuerwehren besonders relevant?

2023 hat die Bundesregierung offiziell die Pläne für das sogenannte Wasserstoffkernnetz (Vgl. Vorgaben der Bundesnetzagentur, Entwurf des Wasserstoffkernnetzes) vorgestellt. Dort wird die sukzessive Umstellung und der Neubau von Gasleitungen zum Transport von Wasserstoff bis spätestens 2032 beschrieben.

Das klingt zwar weit weg, die ersten Umstellungen sind aber bereits für 2025 geplant. Gleichzeitig gibt es bereits Projekte zur Beimischung von Wasserstoff ins Erdgasnetz. Forschungsprojekte haben dabei gezeigt, dass eine Beimischung bis 20% Wasserstoff ins bestehende Netz ohne Probleme möglich ist.  Aber keine Sorge, für die Feuerwehr ergeben sich bis 20% keine anderen Gefahren als bei reinem Erdgas.

Trotzdem muss man bedenken, dass es nun an vielen Stellen in Deutschland immer wieder Pilotprojekte und erste Umstellungen auf Wasserstoff geben wird. Da wollen wir die Feuerwehr einfach frühzeitig auf die neuen Herausforderungen im Fall der Fälle vorbereiten.

Ein Feuerwehrkamerad, der auch bei der Erstellung der Unterlagen geholfen hat, brachte es in meinen Augen gut auf den Punkt:

„Die schnelle Einführung des Elektroautos war an sich ja gut und sinnvoll, nur hat man uns zu spät gesagt, wie schwer die Dinger zu löschen sind – So etwas sollten wir bei Wasserstoff vermeiden.

Was ist im Einzelnen für die Feuerwehren hier besonders wichtig?

Wir wollen der Feuerwehr die Angst vor einem der zukünftigen Energieträger nehmen. Wasserstoff ist nicht ungefährlich, das zeigt schon der historische Unfall der Hindenburg.

Deshalb ist es umso wichtiger, den richtigen und sicheren Umgang zu lernen. Viele Eigenschaften sind gleich, manche aber auch unterschiedlich und können bei Unwissen zu Problemen führen.
Darum wollen wir ein Bewusstsein für die neuen Eigenschaften schaffen, um auch im Einsatzfall sicher mit Wasserstoff umzugehen.

Weiterbildungen & Schulungen

Der DVGW e.V. bietet Weiterbildungen für Personen an, die sich hauptberuflich mit dem Thema Energieversorgung, insbesondere mit Gasen wie Wasserstoff, beschäftigen.

Dabei lernen sie den Umgang mit Gefahren bei Wasserstoffanlagen und -leitungen. Experten beantworten Fragen zum Brandschutz nach DVGW-Regelwerk. Die Theorie wird mit Filmen und Praxisbeispielen ergänzt.

Kommende Veranstaltungen

Das DVGW-Regelwerk entsteht in Zusammenarbeit mit Experten der Wasserstoff-Thematik aus ganz Deutschland. Das neue Schulungsangebot speziell für Feuerwehren wird mit dem umfangreichen Informationsmaterial der WVGW (Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH) ergänzt.

Über den DVGW e.V.

Der DVGW e. V. (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) ist seit 1859 der technische Regelsetzer für das Gas- und Wasserfach. Damit ist er dafür verantwortlich, dass Gas und Wasser sicher transportiert und genutzt werden können.

Über Felix Fahling

Felix Fahling, FFW

Felix Fahling hat von 2017 bis 2023 Chemie in Rheinbach, Athen und Köln studiert mit dem Fokus, die Zukunft der Industrie und Energieversorgung nachhaltiger und grüner zu gestalten. Dies erfüllt er nun in seiner Rolle als Referent für Erneuerbare Gase (Primär Biomethan und Wasserstoff) beim Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches. Seit seinen Anfängen in Jugendfeuerwehr im Jahre 2012 ist er außerdem Freiwilliger Feuerwehrmann mit Leib und Seele.

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